Firmvorbereitung

Den Glauben stärken – Die Firmung

Warum und wieso ? Was kann ich mir darunter vorstellen? Was „passiert“ da? Welche Bedeutung hat die Firmung für mein Leben? Was „bringt“ mir das?


„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“ – mit diesen Worten spendet der Bischof jungen Menschen das Sakrament der Firmung. Diese Worte, verbunden mit der Handauflegung und der Salbung mit Chrisamöl auf der Stirn, bilden Wort und Zeichen eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche: die Firmung.
Der Übergang vom Kindsein zum Erwachsenwerden ist ein ernstzunehmender Prozess, den jede Gesellschaft, jede Kultur und auch jede Religion begleiten will. Das ist auch einer der Gründe, warum die Kirche an diesem Übergang das Firmsakrament feiert. Die Firmung ist das Sakrament, das den Heiligen Geist verleiht, um uns in der Gotteskindschaft tiefer zu verwurzeln, uns fester in Christus einzugliedern, unsere Verbindung mit der Kirche zu stärken, uns mehr an ihrer Sendung zu beteiligen und uns zu helfen, in Wort und Tat für den christlichen Glauben Zeugnis zu geben.
Jungen Menschen soll für den Weg des Erwachsenwerdens und der Selbständigkeit die Hilfe des Glaubens mitgegeben werden: Der Heilige Geist. Dieser ist für viele Menschen wohl die rätselhafteste Person der christlichen Dreifaltigkeit. In der christlichen Kunst wird der Heilige Geist oftmals als Taube dargestellt. Die ausgebreiteten Flügel der Taube zeigen das an, was nicht sichtbar ist: die Luft, die sie trägt. Auch der Heilige Geist, verstanden als die unsichtbare Kraft Gottes, die den Menschen erfüllt, ist nur an seinen Wirkungen sichtbar: „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung...“ (Galater 5,22 f.)
Diese Gaben des Heiligen Geistes sollen den Heranwachsenden

  • Orientierung schenken in der Sinnsuche,
  • Selbstbewusstsein und Stärke bringen für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit,
  • zu einem ehrfürchtigen und vertrauensvollen Menschen- und Gottesbild führen und
  • dabei helfen, Verantwortung in der christlichen Gemeinschaft zu übernehmen.

Firmvorbereitung im Pastoralverbund Bergkamen

Im November 2015 wird Weihbischof Hibert Behrenbrinker im Auftrag unseres Erzbischofs das Sakrament der Firmung spenden. Als im Jahr 2013 die Firmung zum ersten Mal in unserem gemeinsamen Pastoralverbund Bergkamen stattfand, war ein neues Firmkonzept sinnvoll. Die vorausgehenden Fragen und Gedanken waren: Wie können junge Erwachsene, die zum größten Teil nicht mehr kirchlich gebunden sind und kirchlichen Lebensvollzügen fern stehen, auf ein Sakrament vorbereitet werden? Wie schaffen wir eine Firmvorbereitung, die auch die Firmkatecheten gerne und zufrieden arbeiten lässt? Wie können wir eine Vorbereitungszeit gestalten, die Jugendlichen eine Kirche zeigt, die ganz anders ist als die Gruppen, Vereine und Organisationen, die sie sonst in ihrer Umwelt erleben. Eine Kirche also, die nicht fordernd auftritt, vor der man sich nicht rechtfertigen muss, die keine Bedingungen stellt, sondern die wie der Vater im Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn handelt: Er eilt seinem Sohn entgegen und umarmt ihn, ohne das verprasste Geld zurückzufordern, ohne Bedingungen für das Zusammenleben zu stellen. Für die konkrete Vorbereitung bedeutet das:

1. Sakramente sind Geschenke Gottes — den Firmbewerbern sollen so wenig „Steine“ wie möglich in den Weg gelegt werden, um das Sakrament zu erhalten.

2. Jugendliche in der Pubertät müssen für kirchliche Themen motiviert werden. Vieles „Kirchliche“ empfinden sie als langweilig. Gesprächsrunden mit pubertierenden Firmbewerbern erweisen sich deswegen oft als zäh und mühsam — darum werden wir das Firmalter langfristig auf 17-18 Jahre anheben. (Was natürlich eine ganz andere (auch zeitliche) Vorbereitung erfordern wird.) Wir sehen darin den Vorteil, dass sich durch das angehobene Alter interessierte und motivierte Jugendliche zur Firmvorbereitung anmelden. Auch wenn die Zahlen der Firmbewerber dadurch sinken können, sehen wir einen wichtigen Vorteil: Mehr wirklich Interessierte und Motivierte verändern die Atmosphäre während der Vorbereitung. Gleichgesinnte müssen sich voreinander nicht rechtfertigen, die Gespräche werden ehrlicher und offener.

3. Die Wochenpläne der meisten Familien und ihrer jugendlichen Kinder sind sehr strapaziert —deswegen legen die Firmbewerber mit den Katecheten fest, wie (zeit-)intensiv die Vorbereitungszeit gestaltet werden soll.

Du möchtest dich zur Firmvorbereitung anmelden, oder hast weitere Fragen? Dann schreib uns einfach eine  Mail.