Pastorale Angebote für Seniorenheime und katholische Kindergärten

Gemeindereferentin Roswitha Mohrmann berichtet über ihre Arbeit

Seit dem 1. September 2021 bin ich als Gemeindereferentin in unserer Pfarrei Heilig Geist mit zwei besonderen Aufgaben betraut, nämlich mit pastoralen Angeboten in Altenheimen und in katholischen Kindertageseinrichtungen. Hier kümmere ich mich besonders um die Vorschulkinder, also die Kinder, die im kommenden Sommer in die Schule gehen. Für beide Aufgabenbereiche habe ich noch weitere Ideen und hoffe, dass ich in den kommenden Jahren davon noch so manches in die Tat umsetzen kann. Ich habe viel Freude an meiner Arbeit und bin gern in Bergkamen.

 

Meine Arbeit in

den Kindertageseinrichtungen

Wenn ich mit einer sehr großen Tasche vor der Kindergartentür stehe, wissen die Vorschulkinder sofort Bescheid, dass ich mit einer neuen Bibelgeschichte zu ihnen komme. In der großen Tasche ist nämlich die „Bibel-Geschichten-Schatzkiste“. Kita-Kinder wissen, dass in einer Schatzkiste immer etwas sehr Wertvolles ist. In meiner Schatzkiste sind aber weder Gold noch Edelsteine, sondern Bibelgeschichten. So erleben die Kinder, dass diese Geschichten einen besonderen Stellenwert haben. Ich habe zuvor die Schatzkiste passend präpariert. Zunächst erscheint meistens die Hauptperson, mit der ich die Geschichte einleite, wie beispielsweise der blinde Bartimäus, der Zöllner Zachäus oder Noah. Durch das anschauliche Erzählen mit den Bibelpuppen werden die Kinder schnell in die Geschichte hineingezogen. Am Ende jeder Geschichte überlege ich mit den Kindern, was diese für unser eigenes Leben bedeutet und was wir daraus lernen können. Dann beten wir gemeinsam ein kurzes Gebet mit Worten und Gesten, bevor es den super leckeren Bibelgeschichten-Keks gibt, den wir gemeinsam verzehren. Mit Hilfe eines Ausmalbildes können die Kinder die erzählte Geschichte mit den Erzieherinnen in den kommenden Tagen noch einmal nachklingen lassen. Des Weiteren gehe ich mit den Vorschulkindern immer wieder in die nächstgelegene Kirche, wo sie zu-nehmend mehr Details in kindgerechten Kirchenführungen kennenlernen. Kinder sind neugierig im besten Sinne und möchten gern immer wieder Neues entdecken. In einer der ersten Kirchenführungen bekommen sie einen Korb mit Gegenständen präsentiert. Im gemeinsamen Gang durch die Kirche suchen sie dann, wo sie diese Gegenstände als Bild, als Figur, als Fenster o.ä. entdecken. Wüssten Sie denn, in welcher unserer Kirchen die Abbildung eines Einhorns oder zwei Würfel zu finden sind? *
Die Kinder sind sehr eifrig, all die Dinge zu finden, und stellen dabei ganz nebenbei auch viele Fragen. Neben dem eigentlichen Thema einer jeden Kirchenführung lernen die Kinder aber auch das Besondere des Kirchenraumes kennen und wie sie sich darin bewegen können. Kreuzzeichen und ein Lied zu Beginn und zum Abschluss jedes Kirchenbesuches, die Kniebeuge Richtung Tabernakel und anderes sind erste Rituale, die sie später in Gottesdiensten wieder entdecken können. Je nach Anfragen der Kindergärten gestalte oder begleite ich beispielsweise Gottes-dienste, die Kerzensegnung zu Ostern, den monatlichen Kirchentreff in der Kita St. Michael, Gottesdienste zu Beginn und zum Ende des Kindergartenjahres.

den Seniorenheimen

In meinem zweiten Aufgabenbereich halte ich monatliche Wort-Gottes-Feiern mit Kommunionausteilung in drei Altenheimen (AWO-Seniorenzentrum, Haus Lessing und Haus Seniorenglück in Rünthe). Dabei gehe ich möglichst immer von einer Alltagserfahrung der alten Menschen aus. Da viele Bewohnerinnen und Bewohner in den Altenheimen dementiell verändert sind, geht es um konkrete Themen, die einfach zu ver-stehen sind. Alle Teilnehmenden erfahren in jedem der Gottesdienste mehrere Momente der ganz persönlichen Zuwendung, wenn ich die Liederzettel zu Beginn verteile, wenn ich etwas zum Zeigen oder Anfassen mitbringe, wenn ich die Kommunion verteile oder alternativ einen Einzelsegen spende und wenn ich ab-schließend einen kleinen Gegenstand als Erinnerung an den Gottesdienst überreiche. Möglichst viele vertraute Elemente sollen die Erinnerung an die erlebten Gottesdienste wecken: Glockengeläut von einer CD, mein liturgisches Gewand, Lieder, Gebete und Antworten. Andere Angebote finden unter dem Titel „Gesprächskreise“ satt. Begonnen habe ich mit dem Format „Bibel und Kaffee“. Nachmittags bei einer Tasse Kaffee stelle ich im lockeren Plauderton eine biblische Persönlichkeit und deren Geschichte vor. Die Teilnehmenden können dabei Anmerkungen machen und Fragen stellen. Auch diskutieren wir gemeinsam über das Gehörte. Abschließend betrachten wir ein zur Geschichte passendes Bild und singen ein Lied. Einmal im Jahr stelle ich anhand eines Bildervortrages das Land vor, aus dem der jeweils aktuelle Weltgebetstag der Frauen kommt. Diese Angebote mache ich zusätzlich auch im Haus am Nordberg.